VersKraft

Mit Beginn der 30ger Jahre wurden Kraftfahrzeuge und als Traktoren getarnte Panzer auf dem Gelände zwischen Kummersdorf und Gottow getestet. Ab 1938 wurde die Versuchsstelle für Kraftfahrzeuge (VersKraft) in südöstlicher Nachbarschaft zum Schießplatz aufgebaut; als eigenständige Organisation erhielt sie ein großes Kommandanturgebäude. Während im ersten Weltkrieg Transporte meistens noch mit der Dampfeisenbahn und Pferden durchgeführt wurden, übernahmen ab 1930 immer mehr Kraftfahrzeuge diese Aufgaben. Sie waren grundsätzlich beweglicher und konnten selbstständig operieren; ein wesentlicher Vorteil für die Kriegstaktik. Im Zentrum der Versuche standen zwar Lastwagen, Zugkraftwagen für die Artillerie und Kanonen, erprobt wurde aber alles, was fahren oder gezogen werden konnte. Für die unterschiedlichen Testbedingungen wurden Prüfeinrichtungen errichtet: Klimakammern für Wärme, Kälte, Staub, Feuchtigkeit, Sand usw..

In Horstwalde baute man Steigungs- und Verwindungsbahnen sowie Wat- und Tauchbecken. Auf den Sanddünen konnten Fahrzeuge realistisch erprobt werden. Eine spezielle Außenstelle von VersKraft wurde in Tirol eingerichtet.

Auf einer 2km langen, gerade Strecke zwischen Kummersdorf und Sperenberg konnten Versuche bei höheren Geschwindkeiten durchgeführt werden.

Später im zweiten Weltkrieg wurden ab Ende 1941 auch Beutefahrzeuge nach Kummersdorf gebracht und erprobt. Zur Einweisung und Unterstützung wurden auch 80 russische Kriegsgefangene hinzugezogen. Nach der Erprobung wurden die Fahrzeuge auch beschossen, um ihre Widerstandsfähigkeit oder Verwundbarkeit zu testen. Der sowjetische T-34 Panzer wurde als eine sehr gelungene Konstruktion bewertet.

Kummersdorf-Gut, Artillerieschießplatz