Führung südliches Kasernengelände

Kasino Kummersdorf Schießplatz 1930Die Führung durch das Kasernengelände, früher auch „Rund um den Wasserturm“ genannt, beginnt am Museum. Sie ist rund 2 km lang, nicht beschwerlich, zu Fuß zu bewältigen und dauert je nach Interessenlage der Teilnehmer 2 bis 3 Stunden. Wir besuchen den Bahnhof, um zu erfahren, wie die Soldaten von Berlin kommend in Kummersdorf ankamen. Wir sehen die Kommandantur, das Postgebäude und kleinere Kasernen der Weimarer Zeit. Aus der Kaiserzeit sehen wir die schöne Kommandantenvilla und das große Kasernengebäude mit 104 Zimmern für knapp 800 Soldaten. Daneben eine großzügige Kantine aus den 30ger Jahren, die damals Kameradschaftsheim genannt wurde. Für alles gibt es Gleisanschlüsse.

Weitere Gebäude aus der Kaiserzeit sind das Zeughaus, in das früher Lokomotiven gefahren sind zum Be- und Entladen, sowie das imposante Kasino. Hier tafelten und feierten der Kaiser und seine Entourage in einem hohen, stuckgeschmückten Festsaal; zusammen mit Firmenchefs der Rüstungsindustrie und Diplomaten. Auch der „Führer“ gab sich hier die Ehre und ließ ein Gruppenphoto machen, als man ihm die neue Raketentechnik vorführte.

Es gab auch einen Tierpark, einen Tennisplatz und einen Schwanenteich zur Entspannung. Ruhig wird es nicht immer gewesen sein, bis zur Nulllinie der Schießbahn Ost sind es nur 200 m, dorthin führte der Kaiserweg. Während des 1.Weltkriegs wurden jährlich bis zu 35 000 Schuss abgefeuert, dazu waren täglich bis zu 10 to Pulver notwendig.

Optisches Zentrum des Kasernengeländes ist ein schöner Wasserturm, der 1903 gebaut wurde und 34 m hoch ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass damals die Dampf-Eisenbahn noch das Rückgrat des Transports war, insbesondere für schwere Kanonen, die bis zu 180 Tonnen wogen und praktisch nur demontiert zu bewegen waren.

Von den Schießbahnen ist im Kasernengelände so gut wie nichts mehr zu sehen.

Das Kasernengelände wurde später von den Soldaten der GSSD genutzt, hier war eine Transportbrigade mit ihren Fahrzeugen stationiert. Die Flieger waren in Sperenberg angesiedelt.

Treffpunkt ist um 09:30 Uhr am Museum.