Führung Kasernen

Die Führung durch das Kasernengelände, auch „Rund um den Wasserturm“ genannt, beginnt am Museum. Sie ist rund 2 km lang, nicht beschwerlich, zu Fuß zu bewältigen und dauert je nach Interessenlage der Teilnehmer 2 bis 3 Stunden. Wir besuchen den Bahnhof, um zu erfahren, wie die Soldaten von Berlin kommend in Kummersdorf ankamen. Wir sehen die Kommandantur, das Postgebäude und kleinere Kasernen der Weimarer Zeit. Aus der Kaiserzeit sehen wir die schöne Kommandantenvilla und das große Kasernengebäude mit 104 Zimmern für knapp 1000 Soldaten. Daneben eine großzügige Kantine, damals Kameradschaftsheim genannt, für alle mit Gleisanschluss aus den 30ger Jahren.

Weitere Gebäude aus der Kaiserzeit sind das Zeughaus, in das früher Lokomotiven gefahren sind zum Be- und Entladen, sowie das imposante Kasino. Hier tafelten und feierten der Kaiser und seine Entourage in einem hohen, stuckgeschmückten Festsaal; zusammen mit Firmenchefs der Rüstungsindustrie und Diplomaten. Auch der „Führer“ gab sich hier die Ehre und ließ ein Gruppenphoto machen, als man ihm die neue Raketentechnik vorführte.

Es gab auch einen Tierpark, einen Tennisplatz und einen Schwanenteich zur Entspannung. Ruhig wird es nicht immer gewesen sein, bis zur Nulllinie der Schießbahn Ost sind es nur 200 m, dorthin führte der Kaiserweg.

Optisches Zentrum des Kasernengeländes ist ein schöner Wasserturm, der 1903 gebaut wurde und 34 m hoch ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass damals die Dampf-Eisenbahn noch das Rückgrat des Transports war, insbesondere für schwere Kanonen, die ein paar Dutzend Tonnen wogen und praktisch nur demontiert zu bewegen waren.

Von den Schießbahnen ist im Kasernengelände so gut wie nichts mehr zu sehen.

Das Kasernengelände wurde von den Soldaten der GSSD genutzt, hier war eine Transportbrigade mit ihren Fahrzeugen stationiert. Die Flieger waren in Sperenberg angesiedelt.

Treffpunkt ist am Museum.