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Natur

Details

Die militärische Nutzung der Kum­mersdorfer Heide und des Breiten Steinbuschs begann bereits im Jahr 1875 mit der Errichtung zweier Schießbahnen von 12 und 7 km Län­ge. Deren Betrieb wurde nach 1945 weitgehend eingestellt und der größ­te Teil der Liegenschaft wurde der natürlichen Sukzession überlassen. Während der Zeit des Nationalsozia­lismus wurde der Standort zu einer der bedeutendsten Militärtechnik-Erprobungsstelle ausgebaut. Neben Militärtechnologie im engeren Sinne wurde hier auch an Eisenbahn-Tech­nologie, Kerntechnik und Raketen­technik geforscht. Nach 1945 wurden Teile des Areals von den sowjetischen Streitkräften genutzt. 1958 wurde bei Sperenberg mit dem Bau eines Mili­tärflughafens begonnen, der bis zum Abzug der Streitkräfte im Jahr 1994 in Betrieb war.

Es ist der militärischen Nutzung des Gebiets zu verdanken, dass sich die Kummersdorfer Heide und der Breite Steinbusch so vielfältig und in weiten Teilen ungestört entwickeln konnten. Das Gebiet blieb von Zerschneidung, Zersiedlung, Melioration und inten­siver landwirtschaftlicher Nutzung verschont. So konnte sich über viele Jahrzehnte eine großräurnige und zusammenhängende Landschaft mit vielen wichtigen Rückzugsräumen für seltene Arten entwickeln. Teilgebiete gehören zu den wenigen natürlich ge­wachsenen Wäldern in Deutschland

Natur- und Denkmalschutz kein Widerspruch

Aber die Kummersdorfer Heide und der Breite Steinbusch sind nicht nur für den Natur-, sondern auch für den Denkmalschutz interessant. Insbe­sondere aufgrund der weltweit bedeu­tenden Erprobungen für die Raketen­technik unter der Federführung von Wernher von Braun steht die gesamte Liegenschaft mit den ehemaligen Schießbahnen, Zielgebieten und Bun­kern unter Denkmalschutz. Heute ziehen Natur- und Denkmalschutz an einem Strang. Ein Beispiel hierfür sind alte Bunkeranlagen, die eine Art Ersatzfelsen für Pflanzen bilden. Auf ihnen ist beispielsweise der Braunstic­hlige Streifenfarn(Asplenium iricho­maneus) zu finden, der im Flachland ansonsten nur auf Mauern wächst. Et­liche Bunker sind heute auch wichtige Fledermausquartiere.

 

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