Der Kaiserbunker

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Am 29.Januar 1889 besuchte der deutsche Kaiser Wilhelm II. erstmals den Schießplatz Kummersdorf. Zu diesem Zeitpunkt wurde in Deutschland nach neuen Sprengstoffen gesucht, welche die bisher verwendete Schießbaumwolle (Cellulosenitrat) ersetzen sollten. Auch in Kummersdorf wurden diese neuen Sprengstoffe getestet, allen voran die Pikrinsäure.
Das Cellulosenitrat hatte in der praktischen Anwendung den großen Nachteil, daß die Brisanz, also die Explosionsfähigkeit im Laufe der Zeit stark nachliess.

Zum Test des neuen Sprengstoffes sollte das auf der Schiessbahn befindliche "Vereinte Gewölbe- und Panzerziel" mit 21 cm Granaten beschossen werden.

Der Kaiser begab sich also in einen vor dem Ziel liegenden Beobachtungsbunker und sah sich den Beschuss an. Nach einer Weile machte sich bei ihm der Hunger bemerkbar. Daraufhin entzündete ein anwesender Feuerwerker ein kleines Feuer und es wurden Würste erwärmt.

Der Kaiser sah sich das an und fragte den Feuerwerker, mit was der denn das Feuer entzündet und unterhalten hat. Darauf antwortete dieser "Eure Majestät, mit Schießbaumwolle!"
Die Reaktion des Kaisers ist nicht überliefert, aber viel deutlicher konnten ihm die Unterschiede zwischen der Schießbaumwolle und dem neuen Sprengstoff Pikrinsäure nicht klar gemacht werden.

Und hier sind sie nun, die Überreste des leider zerstörten "Kaiserbunkers".